Amphibien im Gartenteich
Amphibien sind Lebewesen, die schon in der Zeitgeschichte sehr früh entstanden sind. Sie sind Tiere, die sowohl im Wasser als auch auf dem Land leben können. Aber sie sind auch Tiere, die weder ausschließlich im Wasser, noch ausschließlich an Land leben können. Das heißt, Amphibien wie Molche, Frösche oder Kröten benötigen immer auch ein Gewässer um überleben zu können.

Sehr oft ist es so, dass das Wasser diesen Tieren als Laichplatz dient und sie sich ausschließlich vermehren können, wenn sie ein Gewässer zur Verfügung haben. Natürlich benötigen sie Wasser genauso wie alle anderen Lebewesen auch als Nahrungsquelle, aber in der Hauptsache dient ein Gewässer bei Amphibien der Vermehrung. Ist dies nicht gegeben, so müssen diese Tiere notgedrungen auf die Fortpflanzung verzichten und sind bei niedrigem Bestand auch vom Aussterben bedroht.
Eine Wasserstelle dient mitunter auch der Nahrungsfindung, da sich Amphibien vorwiegend von kleineren Insekten wie Fliegen oder ähnlichem ernähren. Und solche Insekten finden Molche, Frösche oder Kröten am besten in der unmittelbaren Nähe von kleineren Seen oder Tümpeln. Was für unser Auge als ein ungepflegter und unkultivierter Tümpel aussieht ist für viele Amphibien ihre ökologische Nische, ein Biotop eben.
Wer sich in seinem Garten entscheidet, ein solches Biotop anzulegen, der hat immer eine sehr gute und vor allem auch sehr fortschrittliche Wahl getroffen. Für viele mögen Amphibien nicht die schönsten Tiere sein, aber sie erfüllen genauso wie jedes andere Lebewesen ihre sehr bedeutende Rolle in unserem riesigen Ökosystem. Wenn die Amphibien nämlich nicht mehr die Insekten, die sie als Nahrungsquelle benötigen, vertilgen und damit deren Bestand in Schach halten, wäre es sehr gut möglich, dass eine solche Insektenplage zum Beispiel ganze Ernten vernichten könnte oder die Stechmücken, die nicht mehr durch die Amphibien vertilgt werden, werden zu einer unvorstellbaren Plage für Mensch und Tier.
Wer sich also für ein solches Biotop für Amphibien entschieden hat, kann mitunter davon ausgehen, dass er auf Terrasse oder Balkon im Sommer deutlich weniger mit Stechmücken zu kämpfen hat. Und natürlich wird man immer am Abend das zufriedene Konzert der Frösche und Kröten hören können. Allerdings ist so ein Biotop für Amphibien nicht zu vergleichen mit einem hochkultivierten und elegant angelegten Fischteich. Denn ein Biotop umfasst ganz andere Pflanzenarten und Ansprüche als ein Fischteich. Ein Fischteich kann viel eher nach eigenen Wünschen und Vorstellung gestaltet werden. Man kann ihn so anlegen, dass er nicht nur den Bewohnern des Teiches Freude bringt, sondern vor allem auch mit der vorgestellten Optik und Ästhetik der Besitzer übereinstimmt. Amphibien dagegen haben ganz andere Ansprüche und stellen andere Anforderungen an ihren Lebensraum als normale Gartenteichfische. Selbstverständlich ist es auch möglich und sogar wünschenswert auch in einem solchen Biotop Fische zu halten. Allerdings sollten das dann Fische sein, die perfekt mit Amphibien harmonieren. Denn es gibt immer wieder Fischsorten, die die Eier von Molchen, Fröschen und Kröten als Nahrungsquelle benutzten und so die Amphibien an der Fortpflanzung hindern.
Da gerade in solchen Biotopen die Vermehrung von Amphibien aber gewünscht wird, sollte man sich vorher überlegen, ob das Grundstück denn überhaupt ausreichend groß ist, um vielen Amphibien einen guten Lebensraum zu bieten. Der heimische Garten, wenn nicht sehr groß, kann da schnell an seine Grenzen stoßen und man müsste sich schließlich mit einer Eindämmung der Vermehrung oder mit einem Aussetzen der Tiere beschäftigen.
Deswegen werden solche Biotope sehr gerne weniger in der Nähe von Privathäusern angelegt, denn mehr außerhalb, wo die Tiere die Möglichkeit haben, auch neue ökologische Nischen zu erkunden und möglicherweise zu einem Nachbarsee auszuwandern.