Biotop
Der Begriff Biotop kam vor allem in den späten 80er und frühen 90er Jahren auf, als man wieder die Liebe zum Natürlichen entdeckt hat. Vor allem viele Schulen und Kindertagesstätten hatten sich damals bemüht ein solches Biotop zu erbauen, um gerade den Kindern die Natürlichkeit wieder vor Augen zu führen und sie in Kontakt mit einem gesunden Ökosystem zu bringen.

Ein Biotop ist eigentlich ein Teich, der ohne jeden Eingriff durch den Menschen, sein natürliches Ökosystem aufrecht erhält, der also alle Pflanzen- und Tierarten beherbergt, die auch in einem normalen Umfeld vorkommen würden. Wichtig bei einem Biotop ist auch, dass dieses sich selbst zu reinigen versteht. Das heißt, durch die optimale Zusammensetzung von Flora und Fauna werden Abfallprodukte der einen Tierart von anderen Tieren bzw. Bakterien wiederum als Nahrungsquelle genutzt und Stoffwechselprodukte von Bakterien werden wiederum unschädlich an die Umgebung abgegeben bzw. von den Pflanzen im Teich wieder zu nutzbringen Stoffen umgewandelt.
Ein Biotop ist aber nicht immer etwas, das der Mensch wie Teichbau angelegt hat, sondern ein Biotop ist auch etwas, das natürlich entstanden sein kann. Man darf auch nicht vergessen, dass sich der Begriff Biotop nicht nur im Zusammenhang mit dem Teichbau erklärt, sondern dass es in der Natur zahlreiche andere Biotope gibt, zum Beispiel in Form von unberührten Bächen oder Wäldern. Allen Biotopen gemeinsam ist jedoch, dass sie vollkommen autark sind. Autark in dem Sinne, dass sie nicht auf die Hilfe des Menschen angewiesen sind, um ihr gut funktionierendes Ökosystem aufrecht zu erhalten.
Viele Biotope, die vom Menschen auch als Teichbau angelegt wurden, sind in jedem Fall sehr schützenswert. Denn die meisten Pflanzen und Tiere haben in der heutigen Landschaft nur noch wenige Möglichkeiten, sich natürlich zu entwickeln. Überall sind sie gezwungen, sich dem Menschen in irgendeiner Art und Weise anzupassen. Biotope, die von Menschenhand angelegt wurden, müssen dennoch regelmäßig kontrolliert werden, damit nicht doch die eine oder andere Spezies im Biotop überhandnimmt. Wenn jedoch einmal die Anfangsphase eines Biotops überwunden ist und sich das Ökosystem perfekt eingespielt hat, dann kann auch der Mensch immer weiter in den Hintergrund treten und im wahrsten Sinne des Wortes der Natur einfach ihren freien Lauf lassen. Lediglich sollte überprüft werden, ob nicht andere Menschen unsachgemäß am Biotop Müll abladen oder sonst wie negativen Einfluss auf das Biotop ausüben.
Wer sich für ein Biotop im heimischen Garten entscheidet, hat immer eine hervorragende Wahl getroffen. Hier tut man nicht nur etwas für sich selbst, damit man selbst an lauen Sommerabenden das fröhliche Gezierpe und Gequake der Teichbewohner hören kann, sondern man tut aktiv etwas für die Natur und selbstverständlich auch für den Artenschutz.
Ein Biotop anlegen ist zwar nicht unvorstellbar schwer, aber es muss doch vorab einiges geklärt werden. Man muss sich zum Beispiel zunächst einmal Gedanken über die Größe, die Lage und die Zusammensetzung zwischen den einzelnen Teichbewohnern machen. Denn nicht alle Pflanzen und alle Tiere harmonieren miteinander und können ein gut funktionierendes Ökosystem bilden.
Gute Beratung findet man in jedem guten Heimwerkermarkt oder natürlich in Büchern und im Internet. Bei jedem Biotop ist es auch von großer Bedeutung, dass dieses nicht zu klein gewählt wird. Gerade, wenn es um Lebensräume im Wasser geht, ist ein gewisser Platzbedarf für alle Wasserbewohner notwendig. Denn die Pflanzen und Tiere im Wasser haben nicht die Möglichkeit ihren Standort zu wechseln, falls dieser für ihre Bedürfnisse nicht optimal sein sollte.