Fischteich

Von einem eigenen Fischteich träumen viele Hausbesitzer. Viele Hausbesitzer oder auch Gartenwohnungsbesitzer müssen jedoch von diesem Traum Abstand nehmen, da ihnen der Platz im Garten nicht ausreichend erscheint. Das muss aber nicht unbedingt sein. Ein Fischteich sollte natürlich beim Teichbau nicht zu klein gewählt werden, aber trotzdem finden sich auch für kleine Areale oft sehr schöne und überraschend einfache Lösungen, wenn es um einen Fischteich geht.

Fische im Teich werden gefüttert

Im Gegensatz zu einem Miniteich oder lediglich einem kleinen Wasserbecken auf Terrasse oder Balkon, benötigt man für einen Fischteich schon genauere Pläne und Überlegungen. Denn ein Fischteich muss zweifellos tiefer ausgehoben werden, als ein Miniteich, in dem man auf der Terrasse lediglich ein paar Pflanzen züchten möchte.

Da in einem Fischteich das Überleben der Pflanzen und Tiere auch im Winter gewährleistet werden muss, muss ein solcher Teich eine vernünftige Tiefe aufweisen. Das sollte man unbedingt beim Teichbau berücksichtigen. Denn wenn der Teich nicht tief genug ist, können die Fische im Winter nicht vor der immer dicker werdenden Eisdecke fliehen. Fische fallen in eine Art Winterstarre, wenn ihre Umgebungstemperatur langsam zu sinken beginnt. Sie sind dann nicht vollkommen im Winterschlaf wie zum Beispiel Bären oder andere Winterschläfer, sondern sie befinden sich lediglich in einer Winterstarre. Das bedeutet aber auch, dass ihr Stoffwechsel im Gegensatz zu den wärmeren Monaten deutlich herabreguliert ist. Sie können sich im Vergleich zu den Winterschläfern noch eingeschränkt bewegen und gelegentlich auch Futter aufnehmen, aber eben alles in einem begrenzten Rahmen.

Beginnt nun im Winter das Wasser von oben an zu gefrieren, so wandern die Fische alle möglichst an den Grund des Teichs, der eben eine ordentliche Tiefe haben muss. Denn physikalisch gesehen, hat Wasser mit 4°C die höchste Dichte, ist also umgangssprachlich am schwersten, und sinkt auf den Grund des Fischteiches. Eine Umgebungstemperatur von 4°C ist für die meisten Fischsorten ohne weiteres akzeptabel und gut zum Überwintern möglich.

Ist der Fischteich nun nicht tief genug, entstehen verschiedene Probleme, die alle im Sterben der Fische enden können. Zum Einen droht bei einer zu geringen Tiefe die Gefahr, dass die Eisdecke von oben immer tiefer kommt und der Teich bis auf den Grund einfriert. Damit haben alle Lebewesen im Teich keine Chance mehr zu überleben. Pflanzen und Tiere können ein langsames Einfrieren nicht überstehen.

Ein anderes Problem liegt darin, dass während des Herbstes und des langen Winters sich am Grund des Sees eine ganze Menge Biomasse in Form von abgestorbenem Pflanzenmaterial ansammelt. Diese Biomasse zählt aber für viele Mikroorganismen als hervorragend geeignetes Nährmaterial, so dass diese Bakterien, auch bei kühleren Temperaturen gut aktiv, diese Biomasse umsetzen, wobei so genannte Faulgase vorwiegend Schwefelverbindungen entstehen. Diese Faulgase gehören zu einem normalen und gut funktionierendem Ökosystem dazu und schaden in keinem Fischteich. Wichtig ist nur, dass die gebildeten Gase aus dem Fischteich entweichen können, da sie in höheren Konzentrationen sowohl für Pflanzen als auch für alle Tiere sehr schädlich sein können. Entweichen können diese Gase in der Regel über die Wasseroberfläche. Im Winter ist dies wegen einer Eisdecke unmöglich. Daher empfiehlt es sich immer einen Eisfreihalter oder eine Teichheizung zu verwenden, um ein Loch in der Eisdecke zu schaffen, durch das die Faulgase entweichen können. Aber selbst mit einem Eisfreihalter kann die Konzentration an Faulgasen dennoch bedrohlich ansteigen, wenn das Wasservolumen, also das Wasser, was im Winter noch nicht gefroren ist, zu gering ist. Und das ist genau dann der Fall, wenn der Teich beim Teichbau nicht tief genug angelegt wurde.

Die richtige Tiefe eines Fischteichs ist ganz entscheidend für das Wohl aller Teichbewohner, auch wenn man dann als Zuschauer manchmal darauf verzichten muss, alle Fische gut zu sehen, weil sie womöglich auch einmal in den Tiefen Zuflucht suchen und sich verstecken.