Forelle
Die Forelle gehört neben dem Goldfisch und dem Koi wohl zum bekanntesten Fisch Deutschlands. Obwohl Forellen sich nicht als Teichfische eignen, werden immer wieder Forellen in zu kleinen Gartenteichen gehalten, da sich kaum jemand die Mühe macht, sich über Haltung und Pflege der Forelle zu informieren. Forellen gehören in professionelle Hände.

Die Forelle ist mit dem Lachs verwandt und liebt schnell fließendes und kühles Wasser, das meist sehr sauber ist. Diese Voraussetzungen sind bei einem Gartenteich nicht gegeben. Hier handelt es sich um ein stehendes Gewässer, das höchstens noch über einen Zufluss verfügt. Forellen eignen sich außerdem nicht als Teichfische, wenn sie zusammen mit anderen Fischen gehalten werden sollen. Diese anderen Teichfische werden in Null Komma Nichts von den Forellen in ihrer Eigenschaft als Raubfisch gefressen oder verhungern, weil Forellen aufgrund ihrer Schnelligkeit den anderen, nicht schnellen Fischen das Futter wegfrisst. Forellen werden so gesehen nur für die Zucht verwendet. Eine Forellenzucht ist nicht für Anfänger geeignet.
Wird die Forelle doch als Teichfisch gehalten, muss der Teich sehr groß sein. Ein normaler Gartenteich ist zu klein und nicht artgerecht. Außerdem muss der Teich einen ständigen Zu– und Abfluss haben, um die Strömung und einen gewissen Reinheitsgrad zu garantieren. Im Sommer muss darauf geachtet werden, dass die Wassertemperatur nicht 18 °C übersteigt. Sonst kann nicht mehr genug Sauerstoff für die Forelle im Wasser gebunden werden und der Fisch geht ein. Das Wasser muss außerdem sehr sauber sein. Wenn es beabsichtigt ist, die Forelle im Teich überwintern zu lassen. muss der Teich mindestens 2 m tief sein. Diese Tiefe ist bei einem herkömmlichen Gartenteich nicht gewährleistet. In diesem Fall muss also entweder im Herbst der Teich entfischt und die Forelle winterfest untergebracht sein oder die Forelle geht ein.
Auch die Vergesellschaftung der Forelle stellt eine Problematik dar. Kleinere Teichfische werden ganz schnell zum lebendigen Futter der Forelle oder verhungern. Karpfen haben andere Bedürfnisse und passen auch nicht zur Forelle. Im besten Fall können Gold- und Silberorfen mit einer Forelle zusammengesetzt werden. Diese Teichfische besitzen fast dasselbe Temperament wie die Forelle und werden aufgrund der ihr eigenen Schnelligkeit und Wendigkeit beim Futter nicht benachteiligt.
Auch die Fütterung ist ein sehr heikler Punkt bei der Haltung von Forellen als Teichfische. Forellen benötigen bei der Teichhaltung ganz spezielles Forellenfutter. Der beengte Lebensraum in einem Teich bietet kaum eine Chance, ohne Zufütterung nur mit natürlichere Nahrung zu überleben. Eine Beratung in einem Zoofachhandel bietet hier eine große Hilfe.
Zusammenfassend gesagt hat die Forelle in einem normalen Gartenteich nichts zu suchen. Es ist kaum machbar, dass die Wassertemperatur in einem Gartenteich im Sommer unter 18 C bleibt. Auch die permanente Reinheit des Wassers kann bei einem normalen Gartenteich nicht gewährleistet werden. Die Haltung der Forelle bedeutet schon fast professionelle Fischzucht und hat mit einem Gartenteich nichts mehr gemein. Natürlich ist es möglich, eine Forelle in einem Teich mit einem natürlichen Zufluss zu halten. Allerdings ist der Aufwand, diese Fische artgerecht zu halten viel zu hoch.
Die Haltung von Forellen ist kein Kinderspiel und sollte nicht unterschätzt werden.