Guppys
Guppys sind eine sehr beliebte Sorte an Teichfischen, wenn es um die Süßwasser-Aquaristik geht. Guppys sind im Gegensatz zu vielen anderen Fischen in der Lage ihre Junge lebend zu gebären und können sich daher auch im Aquarium oder Teich sehr schnell vermehren.

Guppys sind nach ihrem Entdecker benannt worden, nach Robert John Lechmere Guppy, der im 19. Jahrhundert einige Exemplare der Guppys an das Britische Museum schickte, um diese ordnungsgemäß klassifizieren zu lassen. Mr. Guppy fand die Exemplare erstmals in Trinidad. Das ist auch der Raum, in dem diese Teichfische heimisch sind. Die ursprüngliche Heimat der Guppys liegt zwar im nördlichen Südamerika, nördliche des Amazonas, aber Guppys sind auch in tropischen und subtropischen Gewässern häufig zu sehen. Sie wurden hier ehemals als Moskitobekämper eingesetzt. Ein sehr praktischer Nutzen dieser Teichfische.
Guppys sind jedoch nicht nur in subtropischen und tropischen Gebieten anzutreffen. Es gibt sie auch frei lebend in unseren Breiten. Das mag so manchen Teichbesitzer überraschen, da man Guppys vorwiegend nur aus der Aquaristik kennt. Guppys können aber sehr wohl auch in unseren Breiten sehr gut leben und sich vermehren. Dabei bevorzugen sie jedoch warme Gewässer. Thermalquellen sind bei den Guppys genauso beliebt, wie die warmen Ausläufe von Kühl- oder Klärwassern von Industrie und Kraftwerken. Die älteste bekannte Population der Guppys in Deutschland liegt in Erfurt.
Die Guppys werden zwischen drei und sechs Zentimeter groß, wobei die Weibchen immer gut doppelt so groß werden wie die Männchen. Bekannt ist auch, dass ausschließlich Teichfische dieser Art so groß werden. Leben diese Fische in freier Wildbahn werden sie lediglich zwischen 2,5 und 4,5 cm groß. Da die Guppys lebend gebärend sind, betreiben sie keinerlei Brutpflege. Einige Unterstämme sehen ihre Jungen sogar als Beute an.
Guppys können eine breite Temperaturspanne im Aquarium oder im Teich tolerieren. Man kann sie bequem bei 16 °C bis 30 °C halten. Hätten Guppys die Wahl, würden sie sich für ein Optimum der Temperatur von 24 °C bis 26 °C entscheiden. Fische, die zwar sehr farbenprächtig aussehen, dafür aber als Direktimporte aus den wärmeren Regionen Europas zu uns kommen, sind meistens nicht stark widerstandsfähig und haben daher auch nur ein kurzes Leben. Wenn sich diese Fische aber in ihrer kurzen Lebensdauer fortzupflanzen vermögen, so sind ihre Nachkommen schon deutlich resistenter gegenüber Krankheiten. Besser ist es jedoch in jedem Fall auf heimische Nachzuchten zurückzugreifen, und den Tieren einen langen Transportweg und ein zu kurzes Leben zu ersparen.
Guppys werden sehr früh geschlechtsreif und können auch in einem Wurf gut 20 Junge zur Welt bringen. Guppy Männchen von Guppy Weibchen zu unterscheiden ist eigentlich gar nicht so schwer. Will man nämlich eine eigene Züchtung aufbauen, muss man sich die Unterschiede der Geschlechter genau ansehen, damit man ausschließlich die Weibchen mit denjenigen Männchen zusammenbringt, die die beste Zucht versprechen. Schon von der äußeren Optik her sind die Weibchen der Guppys deutlich fülliger und kräftiger als die Männchen. Durch die zahlreichen Züchtungen, die sowohl professionell als auch von Hobbyzüchtern durchgeführt wurden, können wir uns heute an ganz unterschiedlich gefärbten und gemusterten Guppys erfreuen.