Karpfen

Immer mehr Menschen legen in ihrem Garten einen Teich an – sei es, um Teichfische wie Karpfen zu halten oder Biotope aus Wasserpflanzen zu schaffen. Nur die Wenigsten wissen, dass Karpfen sich grundsätzlich nicht als Teichfische in gewöhnlichen Gartenteichen eignen. Karpfen sind keine Teichfische im Sinne von Goldfisch & Co. Sie sind eher Zuchttiere. Zu den beliebtesten Karpfen gehören heute die Koi-Karpfen, die als Zierfische viel zur Freude des Menschen beitragen. Während Kois eher zur Zierde gezüchtet werden, werden die einfachen Karpfen eher als künftige Mahlzeit gezüchtet.

ein Karpfen auf dem trockenen

Der Karpfen stammt ursprünglich aus Asien und wurde von den Römern nach Europa gebracht. Seit dieser Zeit hat der Siegeszug dieser Fische begonnen und ungehemmt an Popularität gewonnen. Im Mittelalter wurden Karpfen oft in Teichen gehalten und galten schon da als Delikatesse. Da früher die christliche Kultur vorherrschte, bei der vorwiegend Fleisch verboten war, wurde der Karpfen zunehmend als Delikatesse gezüchtet. Ihre einfache Haltung ermöglicht die Zucht in großen Massen. Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist eines der berühmtesten Karpfenzuchtgebiete in Deutschland. Während in Deutschland und ganz Europa der Karpfen eine begehrte Speise ist, versucht Australien den Karpfen auszurotten und die Fortpflanzung dieser Fische zu verhindern.

Während viele Menschen glauben, dass der Karpfen ein reiner Speisefisch ist, gibt es inzwischen viele Zuchtformen des Karpfens. Diese Zuchtformen werden allgemein als Zierkarpfen oder Koi bezeichnet, wobei Koi nicht ein Zierfisch an sich ist, sondern Koi einfach nur in Japan die Bezeichnung für Karpfen jeder Art ist. Der Koi erfreut sich immer zunehmender Beliebtheit. Vor allem der japanische Koi wird in Deutschland sehr gezüchtet. Seine Farbenvielfalt und die den Fischen eigene Schönheit sind ein wunderschöner Anblick für jedermann. Inzwischen gehört eine eigene Koi-Zucht schon fast zur Normalität.

Karpfen eignen sich hervorragend für eine Haltung in einem flachen Teich. Nur wenige Teichfische können in Wasser mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt überleben. Daher ist eine Karpfen-Haltung sehr einfach, wenn die nötigen Voraussetzungen für ein artgerechtes Halten gegeben sind. Der Karpfenteich sollte mindestens 20 000 Liter Wasser fassen und einen glatten Untergrund oder große Kieselsteine haben. Karpfen wühlen sehr gern im Boden. Diese Teichfische sind sogenannte Grundfische. Diese Vorliebe der Karpfen macht eine gute Filteranlage im Teich notwendig, um klares Teichwasser zu erhalten. Karpfen ernähren sich vorzugsweise von kleinen Tieren und Pflanzenresten.

Gewöhnlich werden Karpfenteiche im Herbst abgefischt, da sie nur schwer zu überwintern sind. Es heißt zwar, dass Karpfen winterhart sind, aber es ist zu empfehlen, Karpfen über den Winter aus dem Teich zu nehmen. Sollen die Karpfen trotzdem im Teich überwintern, müssen auch hier einige Dinge beachtet werden. Der Teich muss mindestens 1 m bis 1,50 m tief sein. Karpfen werden sehr groß und haben so auch im Winter einen hohen Sauerstoffbedarf. Deshalb sollte der Teich mit einer Pumpe schwach durchlüftet werden, um genügend Sauerstoff zuzuführen. Werden all diese Dinge beachtet, kommen Karpfen gut über den Winter.

Zusammenfassend gesagt: Wer Karpfen in seinem heimischen Teich halten möchte, sollte auf Kois oder ähnliche Zuchtkarpfen zurückgreifen. Alle anderen Karpfen-Arten sind für eine Haltung in einem Gartenteich nicht geeignet.