Wasserschildkröten
Die Wasserschildkröten gehören genauso wie die Schildkröten im Allgemeinen zu den Reptilien und legen Eier. Im Gegensatz jedoch zu vielen anderen Schildkrötenarten, benötigen die Wasserschildkröten Wasser zum Überleben. Dabei unterscheiden sich die Wasserschildkröten auch nochmal in Süßwasserschildkröten und solchen, die im Salzwasser leben können. Je nachdem, welchen Lebensraum sie bevorzugen, sind sie unterschiedlich an ihre ökologische Nische angepasst. Eine Süßwasserschildkröte beispielsweise könnte im Salzwasser nicht überleben. Bei uns werden daher auch eher die Süßwasserschildkröten gehalten. Man findet sie hierzulande nicht nur im Aquarium, sondern auch zusammen mit Teichfischen in vielen heimischen Gartenteichen.

Wie viele Teichfische auch vermag die Wasserschildkröte sehr gut zu sehen. Das ist nicht nur wichtig, um die richtige Nahrung zu finden, sondern vor allem auch den natürlichen Feind baldmöglichst ausfindig gemacht zu haben und so genügend Zeit zu haben, um noch fliehen zu können. Wasserschildkröten sind zwar gute Schwimmer, aber einem Raubtier, das seine Beute in Wasserschildkröten findet, können sie kaum entkommen. Das Besondere an den Augen der Wasserschildkröten ist, dass sie mehr Farbrezeptoren besitzen als die Augen der Menschen. Dadurch haben sie die Möglichkeit vor allem auch unter Wasser sehr viel mehr Farben zu sehen als der Mensch. Die Umgebung einer Wasserschildkröte wirkt damit sehr viel farbenfroher als der Mensch seine Umgebung wahrnehmen könnte. Sie sind sogar in der Lage Infrarot-Strahlung und Teile der UV-Strahlung zu sehen, was eine außerordentliche Leistung der Augen ist. Dagegen jedoch können sie Grautöne weniger gut differenzieren. Wasserschildkröten sind eben perfekt an das Leben im Wasser, das nicht immer klar ist, angepasst.
Auch der Geruchssinn von Wasserschildkröten ist gut ausgeprägt. Sie vermögen Gerüche über eine Art kauend-pumpende Bewegung wahrzunehmen. Erzeugt wird diese Bewegung durch den Unterkiefer und den Hals. Die Geruchsrezeptoren der Wasserschildkröten befinden sich, anders als bei vielen anderen Teichfischen, im Rachenraum. Wasserschildkröten können dadurch anhand des Geruchs sowohl Nahrung als auch den Geschlechtspartner erkennen. Außerdem können sie am Geruch der Erde unterscheiden, um diese sich zum Vergraben der Eier eignet oder nicht.
Die Schildkröte wie auch die Teichfische, wie wir sie kennen, geben in der Regel so gut wie keine Laute von sich und sind normalerweise stumm. Allerdings können Wasserschildkröten, darunter vor allem die Männchen, auch fauchende Laute von sich geben. Diese sind als Drohlaute zu verstehen, wenn zum Beispiel ein Revier oder ein Weibchen verteidigt werden soll. Die Drohlaute der Wasserschildkröten kommen durch ein schnelles Zurückziehen des Kopfes zustande, bei dem Luft als zischender Lauf entweicht.
Da der natürliche Lebensraum vieler Schildkröten Arten durch den Menschen zunehmend bedroht wird, ist es auch für Teichbesitzer, die nicht nur Teichfische in ihrem Teich haben möchten, eine sehr schöne und lohnende Aufgabe, einigen Wasserschildkröten einen Lebensraum zu bieten. Bei der Haltung von Wasserschildkröten sollte man jedoch vorab einiges bedacht haben. Zum Beispiel muss der Teich nicht nur für die Teichfische optimal sein, sondern auch für die Schildkröten die nötigen Zonen aufweisen. Dazu gehört zum Beispiel auch ein Flachwasserteil mit verschiedenen Sumpfpflanzen. Schildkröten lieben es, sich dort auch einmal einzuwühlen. Sehr beliebt bei Wasserschildkröten sind auch kleine Sonneninseln am Rand oder in der Mitte des Teiches. Auch Äste, die ins Wasser ragen, werden von den Schildkröten gerne zum Kriechen und Klettern genutzt.
Wer sich für Wasserschildkröten und Teichfische im heimischen Teich entscheidet, hat immer eine gute Wahl getroffen, nicht nur direkt für sich selbst, sondern auch einen Beitrag zum Artenschutz geleistet. In jedem Fall eine lohnende Sache.