Welse

Ein Gartenteich ist immer ein Blickfang im Garten. Das leise Plätschern des Wassers, das Schwirren der Libellen über dem Wasser, das leichte Schweben der Wasserpflanzen und das Glänzen der Fischleiber in der Sonne, wenn sie sich wendig durch das Wasser bewegen. Teichfische sind immer ein Hingucker und sollten in keinem Gartenteich fehlen. Am liebsten werden noch immer Goldfische und Silberorfen in deutschen Teichen beheimatet – doch gibt es auch hierzulande Liebhaber von Raubfischen, die zum Teil wunderschön aussehen, aber leider für die Fischpopulation gefährlich sind.

ein Wels aus dem Gartenteich

Es eignen sich eben nicht alle Teichfische für den Gartenteich. Und nicht alle Teichfische können in friedlicher Koexistenz in einem Gartenteich leben. Es sollte also dringend darauf geachtet werden, dass sich die Teichfische auch vertragen und sich nicht gegenseitig fressen. Raubfische wie die Welse dürfen zum Beispiel niemals mit Goldfischen, Silberorfen, etc. zusammen gesetzt werden. Es sei denn, man strebt eine schnelle und effektive Reduzierung seines Fischbestandes im Gartenteich an, was nicht der Sinn einer Fischbesiedlung im Gartenteich ist.

Zu den Raubfischen zählen beispielsweise Welse, Hechte, Gelblinge, Waller, Forellen und viele Andere. Vor allem Welse werden sehr gern in Gartenteiche gesetzt. Das außergewöhnliche Aussehen der Welse verführt allzu oft Gartenbesitzer dazu, sich Welse als Teichfische zu halten. Das ist ein großer Fehler und auch eine Art von Tierquälerei, wenn Welse zusammen mit Teichfischen gehalten werden sollen, die keine Raubfische sind. Es dauert meist nur ein bis zwei Jahre bis die Welse alle anderen Fische im Teich weggefressen haben und die Herrschaft über diesen übernommen haben. Ein Wels von 60 cm Größe kann innerhalb einer Nacht mindestens 4 Fische fressen, da Welse einen dehnbaren Magen haben und mit einem enormen Appetit ausgestattet sind. Diese Fische können sogar Wasservögel, Karpfen und kleine Säugetiere fressen, wenn diese eine gewisse Größe haen. Wenn nur noch Welse im Teich vorhanden sind, fangen sie an, sich aufgrund des nun bestehenden Nahrungsmangels sich gegenseitig aufzufressen. Welse vermehren sich auch sehr stark und werden sehr groß. Mal davon abgesehen, dass sie als Raubfische für den Gartenteich absolut ungeeignet sind, benötigen Welse mindestens 1 ha Wasserfläche und 5 m Wassertiefe.

Wer unbedingt Welse besitzen oder vielleicht auch züchten möchte, sollte einen großen Teich besitzen, in dem dann auch wirklich nur Raubfische leben. Eine Aufzucht von Welsen lohnt sich in jedem Fall, da Welse als Nahrungsmittel sehr begehrt sind. Es werden für einen großen Wels horrende Summen gezahlt, die dann letztendlich im Magen eines Welsliebhabers verschwinden.

Welsarten wie der Zebrawels, Antennenwels, Tüpfelantennenwels und der Panzerwels sehen in einem Aquarium wunderschön aus. Hier handelt es sich um kleine Welsarten, die für das Leben auf engem Raum geeignet sind. Doch ein Aquarium ist eben kein Gartenteich und kleine Aquarien-Welse gehören nicht in einen Teich.

Welse sind keine Teichfische und sollten in keinem Gartenteich etwas zu suchen haben. Es entspricht weder ihrem Lebensraum noch wäre die Haltung artgerecht. Zusätzlich wäre ein bewusstes Reinsetzen in einem Gartenteich zu Nicht-Raubfischen eine subtile Form von Tierquälerei.